Gesundheitsamt Frankfurt                                                                  Frankfurt, den 11.05.2017

Kein Nachweis von KPC3 Klebsiella pneumoniae im Eschbach und Mühlbach

Im Zusammenhang mit einem Ertrinkungsunfall am Mühlbach war die Hypothese aufgestellt worden, dass der Verunfallte sich aus dem Mühlbach einen hochresistenten Erreger zugezogen haben könnte. In der Folge erreichten das Gesundheitsamt zahlreiche Fragen zur möglichen Gefährdung durch die Nutzung des Eschbachs bzw. Mühlbachs. Vor diesem Hintergrund wurden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Der in Frage stehende antibiotikaresistente Erreger Klebsiella pneumoniae KPC3 wurde bei mehreren Untersuchungen weder im Eschbach noch im Mühlbach nachgewiesen. Damit gibt es keinerlei Veranlassung, unsere bisherigen Empfehlungen zur Nutzung des Eschbachs zu verändern. Diese fassen wir nachfolgend nochmals zusammen.

Untersuchungsergebnisse und Empfehlungen liegen seit mehr als 20 Jahren vor und sind nach wie vor gültig

Seit mehr als 20 Jahren untersuchen wir das Eschbachwasser 4-mal jährlich oberhalb -, direkt nach - und etwa 1km unterhalb der Kläranlage. Den Eschbach betreffend können wir, nach Auswertung unserer Daten bis einschließlich 2016, feststellen, dass es keine Verschlechterung der von uns untersuchten mikrobiologischen Parameter gegeben hat. Im Gegenteil: in den letzten 5 Jahren wurden deutlich weniger positive Salmonellenbefunde festgestellt.

Kann man das Wasser des Eschbachs zum Bewässern im Garten oder von Sportplätzen nutzen?
In allen Flüssen und Bächen, auch im Eschbach verändert sich die Wasserqualität nach einer Klär-anlage. Mit Belastungen des Wassers durch Darmkeime ist regelmäßig zu rechnen, da die Klär-anlagen ihre Abläufe direkt in die Gewässer einleiten. Die Abläufe sind zwar sehr viel sauberer als früher, aber nicht keimfrei. Hierzu wäre nach Feststellung des HLNUG eine weitere Reinigungsstufe (z. B. durch Ozonisierung oder UV-Bestrahlung) notwendig, die wiederum die Abwassergebühren deutlich verteuern würde

(https://www.hessen.de/sites/default/files/media/hessen.de_land/faltblatt_badegwaesser_final_gesamt_web.pdf)
Des Weiteren  werden bei Starkregen über die Entlastungsanlagen aus der Mischkanalisation nur me-chanisch gereinigte Abwässer in die Fließgewässer eingeleitet, da die vorhandene Abwasser-infrastruktur ungewöhnlich hohe Wassermassen nicht aufnehmen kann. Von landwirtschaftlichen Flächen und Spazierwegen kann außerdem durch Regen Tierkot in die Fließgewässer einge-schwemmt werden.

Was darf mit Eschbachwasser bewässert werden?




Gewässerabschnitt vor der Kläranlage

- sonstige Sportplätze: bei der Beregnung muss durch Schutzmaßnahmen sicher ge-
  stellt werden, dass Personal und Öffentlichkeit keinen Schaden nehmen.
- nicht zum Verzehr bestimmte Gewächshauskulturen

- Freilandkulturen für den Rohverzehr bis Fruchtansatz bzw. Gemüse bis 2 Wochen vor
  der Ernte

- Obst und Gemüse zur Konservierung

- Grünland bzw. Grünfutterpflanzen bis 2 Wochen  vor dem Schnitt oder der Beweidung

- alle anderen Freilandkulturen ohne Einschränkung



Gewässerabschnitt nach der Kläranlage

- Wein- und Obstkulturen zum Frostschutz

- Forstkulturen, Polterplätze und Feuchtbiotope

- Zuckerrüben, Stärkekartoffeln, Ölfrüchte und Nichtnahrungspflanzen zur industriellen
  Verarbeitung und Saatgut bis 2 Wochen vor der Ernte

- Getreide bis zur Milchreife (nicht zum Rohverzehr)

- Futter zur Konservierung bis 2 Wochen vor der Ernte

Freiland- und Gewächshauskulturen für den Rohverzehr dürfen nur bewässert werden, wenn eine Be-netzung der zum Verzehr gedachten Produkte ausgeschlossen ist. Schulsportplätze und öffentliche Parkanlagen dürfen nicht bewässert werden.

Kann man im Eschbach baden?

Am Eschbach gibt es keine gemäß EU-Badegewässerrichtlinie anerkannte Badestelle, grundsätzlich fällt das Baden in natürlich fließenden Gewässern nach dem Hess. Wassergesetz unter den Gemein-gebrauch, soweit es nicht wegen anderen Nutzungen (u.a. Schifffahrt) oder aufgrund besonderer Ge-fahren (u.a. durch Strömungen) im Einzelfall verboten ist. Jedoch zeigen unsere Messungen der letz-ten 5 Jahre in 73,6 % aller Fälle eine Überschreitung der Keimgehalte an, die für die  Beurteilung von Badegewässern untersucht werden. Wir raten vom Baden im Eschbach, wie bisher, weiterhin ab.
 

Bei Fragen können Sie sich gerne an das Gesundheitsamt Frankfurt wenden (069 212 37891).