Ein guter Frankfurter Freund hat nach Salzburg geheiratet und lud zu einer Feier anlässlich seines 60. Geburtstags über Pfingsten ein. Sofort haben wir zwei FFV-Angler beide die Idee gehabt, den Aufenthalt zu verlängern und ein paar Tage Fliegenfischens daran zu hängen.

Die Anreise mit dem Auto dauerte über 7 Stunden! Auf der Autobahn Ffm  nach Würzburg waren üble  Baustellen. Durch einen Unfall Richtung Nürnberg war 20 km stehender Stau, daher fuhren wir eine Umleitung über Augsburg. Rund München und dahinter war Berufsverkehr mit schlimmen Baustellen, üblen Staus,  einspuriger Verkehrsführung. Fazit: Es gibt zu viele Baustellen, zu viele Autos und zu viele Unfälle.

In Salzburg haben wir dann den Fliegenfischerladen (Hurch FlyFishing Oberwimmer GmbH) aufgesucht, mussten wir uns doch für Pfingstmontag eine Tageskarte für die Traun-Gegend bei Bad Ischl besorgen. Da waren Tageskarten im Angebot mit Preisen zwischen Euro 65 und Euro 420 (http://www.hurch.eu/Tageskarten). Nachdem der deutlich grandlige Herr Oberwimmer sein Geschäft verlassen hatte, wurden wir durch einen freundlichen Guide beraten und haben uns für den Rettenbach zum Preise von je Euro 70 entschieden.

Montag ging es früh an den Rettenbach. Er ist in der unteren Hälfte flach und mittelgut gut laufbar. Im mittleren und oberen Bereich ist es schon eine teilweise anstrengende Kraxlerei über Stock, Stein und Felsbrocken. In den weiter oben in der Schlucht befindlichen tiefgrün schimmernden Gumpen stehen ordentliche Bachforellen, die sich nur sehr schwer überlisten lassen.

Dienstag hatten wir eine Privateinladung vom Besitzer der Irschler Ache, bei ihm zu fischen. Ein tolles Gewässer, das vom Auslauf des Wolfgangsee unserem Gastgeber vom Ausfluss des Wolfgangsee stromab gehört. Ganz besondere Attraktion dort sind die Perlfische, die aus dem Wolfgangsee hochkommen und in die Irschler Ache und die Nebenbäche zum Laichen schwimmen. Wir hatten leider keinen dran, aber sie sollen 70 cm haben und brachial einsteigen, wie die Tunas, jedenfalls der Sage nach. Wir hatten dort Bach- und Regenbogenforellen sowie bemerkenswert große Aitel (Döbel).

Mittwoch führte einer unser Frankfurter Fliegenfischerfreunde, Toni, der dort sein Feriendomizil hat, uns nach Bad Aussee an die Koppener Traun (Tageskarte = Euro 65). Dort haben wir viele schöne und größere Fische gefangen, Bach- und Regenbogenforellen.

Mittwochabend sind wir von Bad Aussee über Schladming hinüber zum Chiemsee gehfahren, nach Eisenärzt (kurz vor Ruhpolding), an die deutsche Traun. Logis hatten wir im Forellenhof (http://www.forellenhof-siegsdorf.de/).  Die Wirtsleute, das Ehepaar Weiß, begrüßte uns herzlich, bewirtete uns alle Tage sehr fürsorglich, hatte jeden Tag Spezialitäten in der Küche gezaubert. Viele in- und ausländische Fliegenfischer logieren dort. Man sitzt abends zusammen und tauscht sich aus. Herr Weiß kümmerte sich in diversen Fachgesprächen auch darum, dass der Fangerfolg nicht zu kurz kam. Interessant war die Information, dass die Franzosen und die Schweizer dorthin kommen, weil sie fast keine Fische mehr in ihren Gewässern haben. Scheinbar kennen die zu Hause nur catch and take-away, daher sind dort die Flüsse leer und die Fliegenfischer müssen nach Deutschland und nach Österreich fahren.

Donnerstag haben wir die Hausstrecke direkt vor dem Hotel & Gasthaus Forellenhof beangelt, die Weiße Traun zwischen Eisenärzt und Sinnsdorf. Super gefangen haben wir. Regenbogen- und Bachforellen auch ü50.

Am Freitag waren wir mit einer Tageskarte der Rudi-Heger-GmbH an der Deutschen Traun. Nach dem Zusammenfluss der Weißen Traun und der Roten Traun nennt sich der Fluss Deutsche Traun. Das Fangen war etwas zäh, aber dann zwischen 17 und 18 Uhr, da hat es nur so geknallt; jeder zweite Wurf erzielte einen Biss.

Am Samstag haben wir die mittlere Hausstrecke des Forellenhof befischt, die Strecke zwischen Eisenärzt und Ruhpolding. Eine sehr lange Strecke, sehr interessant und mehr als nur einen Tag füllend. An diesem Tag waren die größeren Forellen nur sehr schwer zu überlisten.

Sonntagvormittags haben wir noch einmal die Hausstrecke direkt vor dem Forellenhof befischt, Mittag gegessen, gleich für nächste Saison reserviert und uns herzlich von Frau und Herrn Weiß verabschiedet. Die Heimfahrt dauerte „nur„ 5 Stunden.

Und noch ein Tip zum Abschluss:

Trinkt bloß kein Wasser aus der (deutschen) Traun, auch wenn es noch so klar und sauber aussieht.  Mein Freund hat es gemacht und hatte 5 Tage eine ganz üble Magen- & Darmverstimmung.

alle Bilder sehen Sie hier:

 

Frankfurt am Main, den 12.06.2016

Dr. Hans-Jürgen Lappat