Ausbeute der Sammlung, nachdem schon eine Fuhre abgeholt wurde. (Photo: Jürgen Lungwitz)

Es begann im Internet

Ende Januar habe ich meine Angelsaison 2009 am Eschbach begonnen. Das Wasser war zu hoch und zu kalt für einen erfolgreichen Saisonauftakt, die Stunden am Wasser aber habe ich sehr genossen. Nur fiel mir auf, wieviel Müll das erste Hochwasser des Jahres angeschwemmt hatte, der sich zu dem Unrat gesellte, der schon zuvor unseren schönen Eschbach verschandelte.

Ich schlug Oliver, unserem unermüdlichen Webmaster, vor, einen neuen Forumsbereich zu gründen, den ich auch selber betreuen wollte: Das Gewässerforum. Als ersten Thread (nicht Threat) stellte ich die bescheidene Frage, ob sich denn nicht noch andere Vereinsmitglieder bereit finden würden, gemeinsam dem Müll am Eschbach ein Ende zu machen. Mit dem schnellen und durchschlagenden Erfolg hatte ich allerdings nicht gerechnet: Innerhalb von 12 Stunden war der Kern unser Mannschaft bereits an Bord! In den Wochen danach vervollständigte sich das Team, unser alleroberster Gewässerwart Jürgen machte daraus eine offizielle Vereinsmaßnahme und organisierte mit dem Eschbach-Gewässerwart Gerhard Dranowski noch dies und das sowie die Unterstützung der entsprechenden Behörden, die den gesammelten Abfall und Schrott abholen und auch einige umgestürzte Bäume aus dem Bach ziehen sollten.

Um 8:00 Uhr fangen wir an

Der Wecker klingelt um 7:00 Uhr - am Samstag???? Ja, denn wir hatten uns für acht Uhr am Eschbach verabredet. Auch meine Kinder hat das nicht gestört - sie wollten beide mit. (Meine Tochter bestand allerdings darauf, dass sie mit dem Song Aufstehen von Seeed/Peter Fox geweckt wird.) Am Treffpunkt waren wir dann neun Erwachsene und vier Kinder! Nils Eisenbacher, Ralf Helwerth, Oliver Krautgartner, Harald Schilling, Rolf Schmidt und seine Kinder Klara (9) und Felix (7), Jesco Strack, Gerhard Dranowski, Jürgen Lungwitz und ich mit meinen Kindern Stella-Maria (9) und Leonard (11)! Wir teilten uns in vier Gruppen auf, die vier Sektoren unseres Eschbachs reinigen sollten. Ich war mit Jesco im unteren Abschnitt, Leonard begleitete uns, und meine Tochter hatte sich gleich selbständig gemacht und Anschluss an die anderen Kinder gesucht und gefunden.

Apropos Kinder: Alle hatten nach kurzer Zeit nasse Füsse und litten - es war doch ziemlich frisch und die Wassertemperaturen waren weit entfernt von angenehmem Badewasser! Nur Stella-Maria hatte Glück, dass unsere einzige Kinderwathose jetzt nur noch ihr passt und bis auf ein winziges Loch dicht war. Also musste Rolf mit seinen Kindern bald schon nach Hause, Leonard hatte glücklicherweise noch ein bisschen was zum Wechseln dabei und wärmte sich im Auto auf (mit You FM Radiomusik).

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Ein erfrischender Zwischenfall

Mit Rockmusik nicht mehr aufzuwärmen waren zwei andere Team-Mitglieder: Jürgen und Oliver hatten den obersten Eschbach-Abschnitt übernommen. Nach etwa fünfzig Metern trafen sie auf einen umgestürzten Baum. Als sie dieses Hindernis überwinden wollten, versank Oliver bis zum Hals im Wasser. Jürgen dachte, er sei lediglich ausgerutscht, und eilte ihm zu Hilfe, nur um sofort selbst bis zur Häfte im Wasser zu stehen (mit Watstiefeln). Das Hochwasser hatte an dem quer liegenden Baum einen anderen Weg finden müssen und so einen etwa 2 Meter tiefen Kolk ausgewaschen.

Beide kehrten darauf zum Parkplatz zurück, um ihre Watklamotten auszuleeren und sich anschließend zu Hause mit trockenen Kleidern zu versorgen. Leider mussten bei dieser Aktion auch zwei Handys, ein Photoapparat und ein Navi-Gerät das kalte Wasser kosten.

Image Jürgen ist bei seinem Rettungsversuch des abgesoffenen Vereinskollegen auch ein wenig nass geworden. (Photo: Oliver Krautgartner) Nach dem Erkunden der vermutlich tiefsten Stelle am Eschbach (so ca. 3 Meter vor einem ausgespälten Baum) mussten hier erst mal die Stiefel geleert werden. Der Rest war allerdings auch nass! (Photo: Jürgen Lungwitz)

Fette Beute

Als wir uns wie verabredet um zehn zum gemeinsamen Frühstück trafen, war in drei von vier Abschnitten das Tagwerk bereits vollbracht. Eine Menge Müllsäcke waren schon prall gefüllt, diverser Schrott stapelte sich (Stühle, ein Kinderroller, Fahrradfelgen, eine verrostete Schubkarre und manches mehr). Zu den häufigsten Fundsachen zählten Plastikflaschen, Einkaufstüten und, man muss es leider sagen - Damenbinden. Zu den Kuriositäten zählten zwei Gartenzwerge und eine verbeulte, vermutlich aufgebrochene Geldkassette, die eine kleinkriminelle Vorgeschichte nahe legt.

Gerhard Dranowski hatte inzwischen für ein deftig-leckeres, eindeutig nicht vegetarisches Frühstück und dampfend frischen Kaffee gesorgt. Wir plauderten angeregt - zwei von uns hatten besonders viel zu erzählen - über dies und das (von A wie Kormoran bis Z wie Gemeinschaftsfischen) und genossen die verdiente Mahlzeit.

Anschließend zogen wir zu acht Mann noch einmal los, um da weiter zu machen, wo unsere Wassersportler ihre Tour unterbrochen hatten (jaja, wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung, das wusste schon Heinz Erhardt). Dabei kam noch einmal eine ganze Menge Müll und Schrott zusammen! Um zwölf waren wir damit fertig. Wir hatten vier kurzweilige Stunden am Wasser verbracht und ein vorzeigbares Ergebnis für die Umwelt und unsere Gewässer erreicht - der alte Eschbach glänzt wie neu! Außerdem haben wir viel Spaß zusammen gehabt, wir haben uns näher kennen gelernt und erlebt, dass man gemeinsam was anpacken und wegschaffen kann! Bleibt noch zu erwähnen, dass alle ihre Arbeitsleistung dem Verein gespendet haben. Es hat uns genügt, dass wir keine Vergnügungssteuer zahlen mussten!

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