Ebenso hat das Hering-Angeln an der Nordsee seine Reize: hier sind Wilhelmshaven, Cuxhaven und Meldorf zu nennen. Es geht dort zwar etwas rauer zu, wie es auch dem Charakter der Nordsee entspricht – das ist aber für den wahren Kenner kein Problem (eher ein noch größerer Spaß!).

In diesem Jahr habe ich Ende April wieder einige Tage bei Freunden in Husum an der Nordsee verbracht. Aufgrund der Jahreszeit war es gerade an der Zeit für den Hering in der Nordsee (immer ca. 2 – 3 Wochen später als an der Ostsee!). Also habe ich mich mit dem entsprechenden Angelgerät von Husum aufgemacht in Richtung Holmer Siel auf Nordstrand.

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Mit einem speziellen Heringspaternoster (mit Fischhaut und kleinen Haken), einem 40 g schweren Blei und einer universellen Rute (3,30 m) mit 0,28 mm Schnur ging es los. Nicht fehlen dürfen ein Eimer mit Deckel für die Fische und ein Abschlagholz. Voraussetzung ist dann noch ein gültiger Jahres-Fischerei-Schein, eine gesonderte Erlaubnis wird nicht benötigt (d.h. keine weiteren Kosten und Mühen!). Weiterhin ist unbedingt zu einem Tiroler Hölzl als Gewicht zu raten, da das Wasser am Siel mit Steinen ausgelegt ist und sich diese Art von Gewicht dort nicht so leicht verhaken kann (= weniger Schwund an Haken und Blei durch Abreißen der Schnur!).

Manfred kurz vor dem Herings-Angeln

Dann ist vorher wird natürlich noch auf den Gezeitenkalender zu schauen, ca. 2 Stunden bis Hochwasser ist ideal. Ebenso sollte das Wetter nicht ganz stürmisch sein, bei Schaumkronen auf dem Wasser und strengem Wind macht das Angeln nicht wirklich Spaß und die Fische beißen auch nicht so recht.

Die besten Tipps für das jeweilige Angelgerät und die Methode gibt es meiner Meinung nach immer nur vor Ort. Die „Einheimischen“ wissen aus eigener Erfahrung nur zu gut, wo es etwas zu holen gibt und welches Gerät zu benutzen ist. In Husum hat Jörg Ovens immer die besten Ratschläge und die entsprechende Ausrüstung parat. Ein Vorbeischauen bei ihm lohnt sich absolut immer!

Wenn es dann gut läuft und das Gedränge unter den Anglern am Holmer Siel nicht allzu groß ist, kann man in 2 – 3 Stunden gut einen Eimer voll Heringe oder mehr fangen. Es ist dann noch hilfreich, einen Metallkescher dabei zu haben, welcher das Entschuppen der Fische erleichtert. Ansonsten läuft man Gefahr, nach dem Angeln selbst wie ein Hering auszuschauen.

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Heringe Fischen am Holmer Siel – das ist nicht ganz so massenhaftes Angeln wie z.B. in Kappeln an der Schlei (hier oft 200 Heringe oder mehr pro Tag), macht aber viel mehr Spaß. Man ist den Eigenheiten der See und des Wetters doch etwas mehr ausgeliefert als an der Ostsee und wird ein bisschen mehr gefordert.

Manfred am Holmer Siel

Wir selbst haben unsere Beute dann am Ende des Tages (= des Hochwassers) ausgenommen, 6 Stunden in „moderater“ Salzlaake (15 g Salz auf 1 Liter Wasser reichen völlig) gebadet und die Fische dann gut eine halbe Stunde in den Rauch gestellt.

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So hatten wir noch gute Nordsee-Heringe, als wir schon längst wieder in Frankfurt waren – und die haben wir mit niemandem geteilt!

Die Aufnahmen vom Holmer Siel zeigen die gute Stimmung unter den Anglern an der Nordsee, wenn es mit den Heringen klappt.

Trotzdem muss ich sagen, dass es auch Tage mit stürmischem Wetter gab, wo sich keine Erfolge eingestellt haben. So ist die Nordsee halt ...

Ruhe nach dem Hering-Angeln

Manfred Rubel

Die Bilder zum Artikel findet ihr hier!